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„R√©seau Alliance“

Vor 75 Jahren wurden hier in der Waldstadt 14 Widerstandskämpfer von Nationalsozialisten hingerichtet. Zeit um den Verstorbenen zu gedenken und an die Verbrechen zu erinnern.

  1. April 1944.
    An diesem Tag, der ja f√ľr Witze und sonstigen Bl√∂dsinn bekannt ist, wurden 14 Widerstandsk√§mpfer aus Frankreich und Belgien auf dem im Karlsruher Hardtwald gelegenen einstigen Wehrmachtsschie√üplatz erschossen. Sie geh√∂rten zu der von Georges Loustaunau-Lacau gegr√ľndeten franz√∂sischen Widerstandsgruppe „R√©seau Alliance“.
    Dort im Hardtwald nahe der Waldstadt, wo einst der Schie√üplatz war, ist heute nur noch eine riesige Betonwand √ľbriggeblieben und die Geschehnisse w√§ren beinahe vergessen worden aber eben auch nur fast. Da es Menschen gibt, die nicht vergessen sondern erinnern, so wie unter anderem Brigitte und Gerhard Br√§ndle, kam etwas Licht ins Dunkle, und was beinahe verloren ging, wird nun geehrt.
    Denn diese tapferen Leute, Widerstandsk√§mpfer aus Frankreich bzw. Belgien, haben sich das Ziel gesetzt, so viele Informationen √ľber die Nazis zu sammeln wie nur irgend m√∂glich und sie den Alliierten mitzuteilen. Zu diesen Informationen geh√∂rten auch das Auskundschaften von R√ľstungsfabriken in Deutschland sowie das √úberbringen von Informationen von Truppenbewegungen, U-Booten oder Versorgungsschiffen der Wehrmacht. Zudem hatten die Mitglieder der ‚ÄěR√©seau Alliance‚Äú falsche Papiere f√ľr politisch Verfolgte hergestellt, Juden bei der Flucht oder beim Untertauchen geholfen und Familien von Verfolgten unterst√ľtzt. Durch Agenten kamen der Geheimdienst (Wehrmachtsabwehr) und die Gestapo auf die F√§hrte der Widerstandsorganisation und konnte die Decknamen zahlreicher Mitglieder enttarnen. Zu Beginn des Jahres 1943 wurden vierzehn Mitglieder der R√©sistance in B√©ziers, Marseille und bei Toulouse verhaftet und nach Scheinprozessen zum Tode verurteilt. Die Nazis verschleppten sie aus dem Gef√§ngnis St. Gilles in Br√ľssel √ľber Gef√§ngnisse in Aachen, K√∂ln und Koblenz nach Bruchsal. Im dortigen Zuchthaus wurden sie als NN-H√§ftlinge (Nacht und Nebel) behandelt. Dies bedeutete f√ľr sie: Keine Briefe schreiben oder empfangen, kein Besuch von Angeh√∂rigen. Die anschlie√üende Ermordung der Gefangenen musste zudem im Geheimen stattfinden.
    Am 1. April 1944 um 6 Uhr morgens wurden die Widerstandsk√§mpfer von Bruchsal nach Karlsruhe gebracht und dort erschossen, davon geht man zumindest aus, da im Brief des nicht mal zwanzigj√§hrigen Jean Philippe steht ‚Äě6 Uhr morgens Karlsruhe‚Äú, obwohl die Nazis in der Sterbeurkunde der Stadt Karlsruhe Todeszeitpunkt 7.35 Uhr schrieben und als Todesursache pl√∂tzlicher Herztod angaben. Vor der Exekution wurde den Todeskandidaten eine Augenbinde angeboten, die sie aber ablehnten.
    Aber nicht nur Mitglieder der ‚ÄěReseau Alliance‚Äú haben anderen in Not geholfen, sondern auch einzelne B√ľrger die sich gegen das Regime stemmten, wenn auch nicht √∂ffentlich. Eine dieser Personen war Otto H√∂rner, ein in Karlsruhe geborener Kioskbesitzer, der in seiner Gartenh√ľtte in Ettlingen j√ľdische Fl√ľchtlinge versteckte. Unter diesen Personen waren Goldine Zweifel, deren Tochter sp√§ter √ľber die Geschehnisse berichten konnte, sowie Paul Schauder, der eine Thora Rolle retten konnte, angeblich die √§lteste Thora Rolle Deutschlands.
    Um diese Personen zu ehren initiierte das Ehepaar Br√§ndle gemeinsam mit Frau Kraushaar-Jettinger die Gedenkfeier an der Theodor-Heus-Alle. Zun√§chst traf man sich an einer Stele an der Ecke Breslauer Stra√üe. Dann ging es gemeinsam zum Ort des Grauens, zur Schie√ümauer. Dort hielten B√ľrgermeister K√§uflein und der Vorsitzende des B√ľrgervereins der Waldstadt, Herr Keller, weitere Reden. Sie appellierten daran, die Ereignisse nicht zu vergessen und verwiesen auf die Idee des geeinten Europas. Ein Europa, welches ohne Menschen wie die Widerstandsk√§mpfer der ‚ÄěR√©seau Alliance‚Äú bestimmt ein anderes geworden w√§re.

lennykhair@gmail.com

Ich bin seit Anfang der achten klasse hier beim Ernschtle Team und hoffe auf ein interessantes Jahr mit verschiedenen Interviews. Ich liebe es etwas von der Welt zu sehen und klettere auch gern, denn der Ausblick von den Bäumen und Dächern auf die Umgebung ist immer schön.

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