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Sport verbindet!

Lothar Kn√∂rzer hat 1956 (!) an den Olympischen Spielen in Melbourne teilgenommen und Bronze mit der 4x100m Staffel geholt. Nun hat uns der r√ľstige Karlsruher in der Schule besucht und Leonard ein Interview gegeben. Wie

Ein gro√ües Thema dieses Jahr in unserem Ernschtle ist Olympia. Da darf nat√ľrlich ein Interview mit einem ehemaligen Olympiateilnehmer nicht fehlen. So setzten wir uns in Kontakt mit Lothar Kn√∂rzer, einem Karlsruher, der 1956 (!) in Melbourne als Staffell√§ufer f√ľr Deutschland angetreten ist. Ich holte ihn und seine Frau Gisi von der Bahnhaltestelle ab und f√ľhrte sie zu unserer Schule. Dabei haben wir uns schon sehr nett unterhalten. In der Schule angekommen, fingen wir dann unser Interview an. wobei auch einige Sch√ľler der Zehnten Klasse Fragen stellen konnten stellen, genauso wie gespannt und interessiert zuh√∂ren. Lothar Kn√∂rzer erz√§hlte uns wie er zu den Spielen anreiste und was er dort erlebte. Eine ganz andere Zeit. Das war sehr spannend!

Sehr stolz war er auf seine Bronzemedaille, die er bei dem 400m Staffellauf gewann, und sp√§ter noch das Silberne Lorbeerblatt, das er von Konrad Adenauer, dem ehemaligen Bundeskanzler erhielt. ‚ÄěAls Adenauer mir die Hand sch√ľttelte sagte er mir, das ich auch noch sehr jung sei (Adenauer war damals in einem hohen Alter). Dann sagte ich ‚ÄěHerr Bundeskanzler, so jung wie sie meinen bin ich auch nicht mehr. Ich habe mich nur so gut wie sie¬†gehalten.‚Äú Dann schmunzelte er leicht‚Äú. Die Auszeichnungen hatte er sogar dabei und wir durften sie sogar herumgehen lassen,

Das wichtigste, was man aus dem Interview mitnahm, war ganz klar die Aussage “Sport verbindet“!

Ernschtle: Herr Knörzer, Sie haben 1956, an den Olympischen Spielen in Melbourne teilgenommen, vor sage und schreibe 68 Jahren. Können sie sich noch an die Anreise nach Australien erinnern?

Lothar Kn√∂rzer: Das kann ich mich sehr wohl. Das war eine Leidenszeit, denn wir waren mit dem Flugzeug √ľber 48 Stunden  unterwegs, mit insgesamt acht oder neun Zwischenlandungen. Die kleinen Propellermaschinien flogen fr√ľher maximal 850kmh und so k√∂nnt ihr euch gut vorstellen, was das damals f√ľr eine Tortur war.

Ernschtle: Gab es damals auch schon ein Olympisches Dorf? 

Lothar Knörzer: Ein Olympisches Dorf gab es, ja. Die waren ja immer so gebaut, dass wenn die Olympiade vorbei war, die Dörfer zu ganz normalen Wohnsiedlungen umfunktioniert wurden..

Ernschtle: Hatten sie dort auch Kontakt zu anderen Sportlern aus anderen Disziplinen und aus anderen Ländern?

Lothar Kn√∂rzer: Ja, das hatten wir. Das ist ja grad das Sch√∂ne an den Spielen. Wenn man im Olympischen Dorf ist, wird man zu einer Gemeinschaft und kommt auch automatisch ins Gespr√§ch miteinander. Dass es da viele sch√∂ne Frauen gab, haben wir dann nat√ľrlich auch gesehen und ab und zu haben wir auch ein bisschen gespickelt. (alle lachen)

Ernschtle: Was war das f√ľr ein Gef√ľhl, in ein volles Stadion zu laufen, alle Augen auf einen gerichtet?

Lothar Kn√∂rzer: Das war im ersten Moment schon etwas erdr√ľckend, denn das Olympiastadion fasste √ľber 100.000 Zuschauer. An den letzten zwei Tagen, an denen auch wir antraten, war es dann rappelvoll. Es herrschte eine Wahnsinnsstimmung. 

Ernschtle: Sie haben mit der Staffel die Bronzemedaille gewonnen. Wie waren die Reaktionen zuhause?

Lothar Knörzer: Zuhause reagierten die Leute mit voller Freude. Mit einer Medaille von Olympia nach Hause zu kommen, ist ja nichts Alltägliches. Wir wurden schon ordentlich gefeiert.

Ernschtle: Von den Pr√§mien konnte man fr√ľher kein Million√§r werden, oder?

Lothar Kn√∂rzer: (lacht). Wir haben eine Tagesgage von etwa 20$ bekommen. Das war damals zwar recht viel, aber wir mussten viele Autogrammkarten in die Heimat schicken. So wie wir das Geld bekommen haben, war es dann auch wieder f√ľr Postkarten und Briefmarken weg. Daf√ľr wurden wir zuhause von Bundeskanzler Adenauer geehrt, das war schon toll. 

Ernschtle: Was haben sie neben ihrem Sport gearbeitet?

Lothar Kn√∂rzer: Ich war Versicherungskaufmann in Karlsruhe und hatte das gro√üe Gl√ľck, dass ich einen Chef hatte, der mir immer die Zeit zum Trainieren gab. 1956 zum Beispiel habe ich jeden Tag mit meinem Clubkameraden Heinz F√ľtterer von 12:30 bis 14:30 Uhr im Wildparkstadion trainiert.

Ernschtle: Kommen wir zum jetzt und heute. Schauen Sie sich die Olympischen Spiele in Paris an? Welche Disziplinen interessieren Sie am meisten?

Lothar Kn√∂rzer: Nat√ľrlich! Eigentlich schaue ich mir alles an. Am Liebsten nat√ľrlich die Leichtathletikwettk√§mpfe.

Ernschtle: Was halten sie von den Olympischen Spielen heutzutage? Stichwort Korruption, fehlende Nachhaltigkeit…

Lothar Knörzer: Da muss ich ehrlich sagen, dass ich mich damit gar nicht so sehr befasse. Man kann daran sowieso nichts ändern. Ich bin einfach nur froh, dass ich 1956 dabei sein durfte.

Ernschtle: Vielen Dank und alles Gute!

leonard@ernschtle.de

Mein Name ist Leonard und ich gehe in die 8. Klasse. Das ist mein erstes Jahr in der Sch√ľlerzeitung und ich freue mich sehr auf die Arbeit im Team. Ich bin ins Ernschtle gegangen, weil ich sehr kreativ bin. In meiner Freizeit spiele ich Fu√üball und Basketball und ich zocke gerne. Als kleines Kind habe ich immer statt schlafen ‚Äěfafen‚Äú gesagt.

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