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Umweltschutz kann so schön sein!

Zu Besuch in Hamburg bei der Firma Bracenet, die aus alten Fischernetzen superschöne ArmbĂ€ndchen herstellt. Je nachdem, wo die Netze herstammen, heißen die BĂ€ndchen dann Red Sea, North Sea oder Adriatic Sea. Bestimmt habt ihr

Zu Besuch in Hamburg bei der Firma Bracenet, die aus alten Fischernetzen superschöne ArmbĂ€ndchen herstellt. Je nachdem, wo die Netze herstammen, heißen die BĂ€ndchen dann Red Sea, North Sea oder Adriatic Sea.

Bestimmt habt ihr schon mal von den riesigen MĂŒllstrudel im Pazifik gehört, dem sogenannten Pacific Garbage Patch. Dies ist die grĂ¶ĂŸte MĂŒllhalde des Nordpazifik mit einer FlĂ€che beinahe fĂŒnfmal so groß wie Deutschland. Schuld an dieser Umweltkatastrophe ist vor allem die Industrie, denen es meist nur um den Profit geht und die nicht oder nur wenig bestehende Auflagen beachten. Doch auch wir Menschen tragen eine große Mitschuld, denn nur die wenigsten leben wirklich nachhaltig, kaufen viel zu viele Plastikprodukte und verschmutzen damit unsere Umwelt. TĂ€glich wird PlastikmĂŒll absichtlich im Meer entsorgt, so auch die sogennanten Geisternetze, die von Fischern absichtlich hinterlassen werden. Netze aus Plastik, die weit ĂŒber 600 Jahre brauchen bis sie zersetzt sind. Bis es dazu gekommen ist, sind unzĂ€hlige Meerestiere eines qualvollen Todes gestorben, weil sie sich aus diesen Netzen nicht befreien können. Dazu kommt, dass bei der Zersetzung der Netze Unmengen an Mikroplastik freigesetzt wird, welches nicht nur eine Gefahr fĂŒr Meeresbewohner darstellt sondern ĂŒber die Nahrungskette auch fĂŒr uns Menschen.

Madeleine und Benjamin, die GrĂŒnder von Bracenet, wurden an der OstkĂŒste Afrikas, beim Tauchen vor Sansibar auf das Problem mit den Fischernetzen aufmerksam. Sie ĂŒberlegten sich, wie man das Meer von diesen reinigen und daraus etwas Neues herstellen könnte. Ihre Idee war so genial wie einfach: Lasst uns die Fischernetze reinigen und daraus stylische ArmbĂ€ndchen machen. Recycling at its best!

Drei Jahre spĂ€ter hat das Hamburger Unternehmen 35 Mitglieder und auch schon den einen oder anderen Preis fĂŒr ihr Produkt erhalten (2019 Green Product Award). Bracenet und ihre Partner versuchen so viele Netze wie möglich aus dem Meeren zu sammeln und diese in etwas Gutes zu verwandeln. Die schönen ArmbĂ€ndern dienen als GedenkstĂŒtze, Inspiration und GesprĂ€chsaufhĂ€nger, sie sind mehr als ein Zeichen gegen den MĂŒll im Meer. Denn mit jedem verkauften Armband hilft man mit mehr von diesen gefĂ€hrlichen Netzen aus dem Meer zu entfernen. Dazu spendet Bracenet 10% der Einnahmen fĂŒr Umweltprojekte.

Denise und ich waren die ersten in der Ernschtle-Redaktion, die von Bracenet und ihrem Motto gehört haben: „Save the Seas. Wear a Net!“ Wir wollten mehr ĂŒber diese Erfolgsgeschichte erfahren und sind deshalb nach Hamburg gefahren, wo sich unweit des Jungfernstegs das Headquarter von Bracenet befindet.

Ernschtle: Wie viel wird ca. pro Jahr gespendet?

Bracenet: Das ist ganz unterschiedlich, das hĂ€ng immer davon ab wie viel wir im Jahr verkaufen, wir haben im letztem Jahr eine große Spende ĂŒbergeben von 40.000 €. Bei uns ist es nicht so, dass wir regelmĂ€ĂŸig Spenden, sondern wir suchen uns immer ein Event aus, eine Organisation, die wir fĂŒr unterstĂŒtzenswert erachten. Bisher haben wir ĂŒber 100.000 € gespendet.

Ernschtle: Was war euer Highlight?

Bracenet: Ich glaube es ist schwer, ein Highlight herauszunehmen. Ich denke jeder von uns hat sein eigenes. Ich finde es besonders beachtenswert, dass unser Team so schnell gewachsen ist. Wir haben mittlerweile ca. 35 Mitarbeiter. Auch toll finde ich, dass wir mittlerweile eine richtige Community haben. Wenn man jemand sieht, der ein Bracenet trÀgt, wird das schnell zum GesprÀchsthema und das ist vielleicht so mein Highlight.

Ernschtle: An welche Organisation habt ihr zuerst gespendet?

Bracenet: Healthy Seas, sie sind schon von Anfang an unsere Partner gewesen und wird auch fĂŒr immer so bleiben. Ansonsten hatten wir Kooperrationen mit Sea Sheperd und haben fĂŒr die auch eine Sonderedition kreiert, ein extra angefertigtes Bracenet mit einem AnhĂ€nger mit deren Logo. Auch fĂŒr den FC St. Pauli gibt es eine Sonderedition.

Ernschtle: HĂ€ttet ihr jemals damit gerechnet, dass ihr mal so groß werdet?

Bracenet: Nein, Benjamin und Madeleine haben das nicht gegrĂŒndet, weil sie einfach ein Unternehmen grĂŒnden und Profit machen wollten. Sie haben das ja anfangs so nebenbei gemacht und ich glaube nicht, dass sie damit gerechnet hĂ€tten.

Da in der Bracenet Zentrale auch eine von mittlerweile vier ProduktionsstĂ€tten beherbergt ist, konnten wir sogar live dabei sein wie aus einem gewöhnlichen Fischernetz schicke ArmbĂ€ndchen entstehen. Das war super interessant! Ein Bracenet haben wir im Anschluss noch unserem Interviewpartner Udo Lindenberg vorbeigebracht. Mehr zu Hamburg und Udo gibt es in KĂŒrze hier auf www.ernschtle.de und natĂŒrlich in unserer Printausgabe, die Anfang Juli erscheinen wird.

Schaut euch gerne auch unser Video zum Besuch bei Bracenet an! (noch in Arbeit)

Mehr ĂŒber Bracenet erfĂ€hrst du hier: www.bracenet.com

laurahuddleston14@gmail.com

Mein Name ist Laura. Ich interessiere mich sehr fĂŒr Kampfkunst, Football und Gleichberechtigung. Gerade arbeite ich an einem Artikel ĂŒber Zivilcourage.

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