Im Titelthema unserer neuesten Ausgabe („Von wegen LOL“) beschĂ€ftigen wir uns mit den zunehmenden Gefahren im Netz. Ernschtle-Redakteurin Elisabeth hat sich dafĂŒr die Sozialen Medien bzw. unseren Umgang damit nĂ€her angeschaut. Eines ist klar: Augen auf im Internet! Auch und gerade bei TikTok, Insta und co.

Wir alle sind doch gerne im Internet, schauen uns witzige Videos an oder scrollen uns durch Tik Tok. Doch das Internet bringt nicht nur lustige Unterhaltung oder kann Wissen vermitteln, nein, es bringt auch Gefahren mit sich, die einem zunĂ€chst oft gar nicht direkt bewusst sind, die man aber in Kenntnis nehmen sollte, um sich oder sein Umfeld zu schĂŒtzen. 

Das Internet ermöglicht es, dass verstörende Videos und Posts in falsche HĂ€nde geraten. Viele dieser Inhalte, die von Gewalt, Missbrauch oder Rassismus geprĂ€gt sind, geraten oft an Kinder und Jugendlichen, die diese Gefahr meist nicht direkt erkennen oder einschĂ€tzen können So landen Fotos oder Videos in Klassenchats oder werden auf dem Schulhof herumgezeigt. Die Urheber dieser Videos und BeitrĂ€gen sind meist unklar, oft stammt so etwas aus dem Darknet mit unbekannter Herkunft. Auch Verbrecher im Internet bekommen immer mehr Chancen mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt zu treten. Das nennt man Cyber-Grooming, ein noch kein weit verbreiteter Begriff, der bedeutet, dass sich Ă€ltere Menschen in den sozialen Medien als Jugendliche ausgeben, um sich leise das Vertrauen der Kinder und Jugendlichen zu erschleichen. Diese versuchen unauffĂ€llig guten Kontakt aufzubauen. Oft sind die Motive solcher Personen nicht gut, meist fangen sie an, einem unangenehme Fragen zu stellen oder Dinge zu verlangen, die du eigentlich nicht willst. Deshalb sollte man sorgfĂ€ltig entscheiden mit wem man sich im Internet unterhĂ€lt. Denn es könnte jeder sein! 

Zu all dem kommen noch die Trends auf Sozial Media hinzu, die man eher mit Vorsicht genießen sollte, wie z.B. die ,,Dickpic-Challenge“ und weitere, die zu unangenehmen oder verstörenden Situationen fĂŒhren können aber auch eine Gefahr darstellen. Seiten wie YouTube, Instagram, Tik Tok etc. pushen diese Trends nur noch weiter, was dazu fĂŒhrt, dass sie immer mehr Verbreitung finden. Viele der eigentlich harmlosen Plattformen tragen Schattenseiten mit sich, die man nicht direkt erkennt aber beachten sollte. Dies alles hat zur Folge, dass manche Jugendliche und Kinder sehr verstört und abgehĂ€rtet werden bei all dem, was sie da zu Gesicht bekommen. Was falsch ist, denn rassistische, gewaltvolle und missbrĂ€uchliche Inhalte sollten nicht als normal befunden und weiterverbreitet werden. 

Junge Menschen sollten normalerweise ĂŒber sowas gut und detailreich aufgeklĂ€rt werden. Trotzdem wissen die meisten, dass es nicht okay ist, solche Inhalte zu besitzen. FĂŒr viele fĂŒhlt sich das Internet wie ein rechtsfreier Raum an, ohne Gesetzesgrundlagen, ohne echtes Vorgehen von Polizei und Justiz.  Besonders zu bedenken ist, dass der Besitz oder das Weiterschicken von manchen Inhalten tatsĂ€chlich strafbar ist. Dazu zĂ€hlt auch der Besitz von Hakenkreuz-Stickern, Missbrauchsvideos und pornografische Inhalte von MinderjĂ€hrigen auf dem Handy zu haben. Man sollte niemals solche Videos weiterschicken, denn sie sollten nicht als Unterhaltung dienen oder um Klassenkameraden sprachlos zu machen. Die Opfer sollen ernst genommen und mit MitgefĂŒhl behandelt werden. 

Im Umgang mit den sozialen Meiden mĂŒssen wir alle sensibler werden und dĂŒrfen solche Inhalte nicht fĂŒr belanglos halten. Eltern und die Politik sollen (nein: mĂŒssen!) diesem so wichtigen Thema mehr Aufmerksamkeit schenken um das Problem StĂŒck fĂŒr StĂŒck in den Griff zu bekommen und das Internet wieder zu einem sicheren Ort wird.  

Text: Elisabeth Steinmetz
Zeichnung: Sila Iclier